Eine krankheit wie ein gedicht

teilanimierter dokumentarfilm
81 min, 2026

Seit fünf Jahren sitzt mein Vater in der forensischen Psychiatrie und der Tag seiner Freilassung rückt immer näher. Jetzt liegt es an mir, mich daraufvorzubereiten. Denn was ich eigentlich will, ist ein Vater, vor dem ich keine Angst mehr haben muss.

Maxa Zoller über den Film:

Jelena Ilićs Vater wurde wegen schwerer Körperverletzung verurteilt und verbringt viele Jahre in der forensischen Psychiatrie. Schippenweise Schutt birgt die Regisseurin aus seiner Wohnung; darunter seine künstlerisch inszenierten Selbstportraits. Dieses Bild zieht sich durch den gesamten Film, der nicht nur viel Persönliches aufarbeitet, sondern auch ein psychologisch reifer, vor kreativen Einfällen sprudelnder Debütfilm ist: Es geht um umgekehrte Eltern-Kind-Rollen, um die Poesie im Chaos und das Durchdringen (zu) einer Krankheit.
Ilić transportiert die gestörte Welt ihres psychotisch kranken Vaters durch die gemeinsamen und von ihr animierten Zeichnungen: Bis heute teilen sich die beiden ein Comicbuch, dessen Seiten sie abwechselnd mit Zeichnungen füllen. »Andere haben gemeinsame Abendessen, und wir haben unser Buch«, sagt Ilić selbstbewusst, aber nicht ohne einen melancholischen Unterton. Der Impuls, das Erlebte mit Kunst zu kommunizieren, verweist deutlich auf diese schon in der Kindheit aufgesaugte bildliche Form der Kommunikation. Aber diese Ausflüge in eine andere Ebene und die damit einhergehende Situationskomik bereichern das Genre des autobiografischen Dokumentarfilms – eine in den letzten Jahren stark verbreitete Sujetwahl bei jungen Filmemacher*innen – auf vielschichtige Weise. Der Film besticht durch seinen erfrischend punkigen Unterton. Die expressionistische Malerei des Vaters, angesiedelt irgendwo zwischen Art brut und Neue Wilde, prägt nämlich auch die ästhetische Heimat der Tochter, die der cleanen digitalen Welt eine gute Portion trotzigen post-post-Grunge-DIY entgegensetzt.”


Kino-Start: 08.10.2026


Buch & Regie: Jelena Ilic
Produktion: MADE IN GERMANY
Bildgestaltung und Ton: Martin Paret, Jelena Ilić
Montage: Sandra Brandl
Animation: Hugfilms - Alina Cyranek + Falk Schuster, Tim Romanowsky, Alex Schmidt, Julian Quitsch
Musik: Antonio de Luca, Caroline Kox
Sounddesign: Sebastian Schmid
Mischung: Andreas Vorwerk
Verleih: Mindjazz Pictures

Dieser Film wurde unterstützt von dem BKM, der Film- und Medienstiftung NRW, Mitteldeutsche Medienförderung sowie dem Kuratorium junger Film.
Kofinanzierung durch METRIX Media und Arkanum Pictures.


FESTIVALS

2026 - Filmfestival Max Ophüls Preis
2026 - Internationales Frauenfilmfestival
2026 - DokKa
2026 - Neisse Film Festival


AUSZEICHNUNGEN/STIPENDIEN

2026 - Internationales Frauenfilmfestival Dortmund+Köln - Publikumspreis
2026 - Filmfestival Max Ophüls Preis - Publikumspreis in der Kategorie Dokumentarfilm
2025 - Special Sauce Award - Ecourage Film Talents
2022 - Best Pitch Award - Sehsüchte Festival
2022 - Stipendium des Filmbüro NW
2021 - Stoffentwicklungspreis des Bundesfestival Junger Film
2020 - Into the Wild Mentoring


INTERVIEWS

SR - Festivalfunk im Rahmen des Filmfestivals Max Ophüls Preis

Deutschlandfunk Kultur - Mein Vater, seine Krankheit und ich – eine Filmemacherin erzählt

WDR Westart - Jelena Ilić über ihren Film "Eine Krankheit wie ein Gedicht"